Josef Taucher. Malerei. Text.


Erika Oehring | ALPEN – Sehnsuchtsort und Bühne. Alte und neue Alpenbilder: Josef Taucher. Zwielicht 3.



   Die auf die Leinwand gebannte Gebirgsformation sprengt gleichsam das Bildformat. Wild zerklüfteter Fels, Sturm, Schnee und Licht verleihen dem monumentalen Gipfel ein lebendiges Flirren. Die derart aufgeladene Oberfläche suggeriert eine durch wechselnde Witterung bewegte Atmosphäre. Seit Jahrzehnten bevorzugt Taucher Himmels- und Bergformationen. Seine Umsetzungen bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen "Realität und Fiktion" [Martin Behr, 2008], zwischen wirklicher Natur und künstlerischer Freiheit. Tauchers Ausschnitte aus der realen Berglandschaft beschäftigen sich im Eigentlichen mit dem Raum an sich. Dieser ureigenen Frage der bildenden Kunst begegnet der Künstler sowohl als Maler als auch als Bildhauer.

Er ist ein genauer Beobachter. Als Mineraloge taucht er ein in Mikrostrukturen, schält diese heraus und bringt seine eigene imaginäre Natur aus Licht, Luft und Fels auf riesige Leinwände.

Taucher ist einer der ersten Maler, der nach der langen Tabuisierung neuerlich das Thema Berg aufgreift.

Bereits 1981 präsentierte er in der  Neuen Galerie Joanneum in Graz großformatige Bergbilder.

 

  The mountain formation, which is bound to the canvas, blows the picture format as it were. Wild rugged rock, storm, snow and light give the monumental summit a lively flirt. The thus charged surface suggests an atmosphere moved by changing weather. For decades, divers have preferred to use sky and mountain formations. His transformations are based on the narrow line between "reality and fiction" [Martin Behr, 2008], between real nature and artistic freedom. Taucher's excerpts from the real mountain landscape deal with the space itself. The artist as a painter as well as a sculptor meets this very specific question of Visual Arts.

He is an accurate observer. As a mineralogist, he immerses himself in microstructures, peels them out, and brings his own imaginary nature of light, air and rock onto huge canvases.

Taucher is one of the first painters who, after long tabooing, once again takes up the topic of mountain.

Already in 1981, he presented large-scale mountain images at the Styrian Autumn, Neue Galerie Joanneum in Graz, Austria.

 

Erika Oehring: ALPEN – Sehnsuchtsort und Bühne. Alte und neue Alpenbilder: Josef Taucher. Zwielicht 3. In: Ausstellungskatalog "Alpen. Sehnsuchtsort und Bühne", Hg. Residenzgalerie Salzburg 2011, 362 S. (hier S. 284-285 u. S. 346).

Die Kunsthistorikerin Erika Oehring kuratierte die Ausstellung "ALPEN – Sehnsuchtsort und Bühne", Residenzgalerie Salzburg 2011.